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Wie Bilder «entstehen»

Prozess und Produkt

Dieter Maurer, Xenia Guhl, Nicole Schwarz, Regula Stettler, Claudia Riboni


Erster Einstieg

Für den erstmaligen Einstieg bietet das Filmarchiv eine Zusammenstellung von Bildprozessen und Bildern als Animationen. – Für die Visionierung des Filmarchivs und die Lektüre des Buches enthalten der Assistent (Filmarchiv) und der Assistent (Buch) im jeweiligen Hilfemenu entsprechende Hinweise. – Einen Überblick über alle Bilder und Filme bietet dieser direkte Link. – Das Suchformular im Suchmenu Bilder/Filme suchen erlaubt darüber Hinaus die Auswahl bestimmter Bilder und Filme. – Die Aufnahme auf der Titelseite entspricht dem Film mit der Archivnummer 78.

Einführung

Wie erscheinen, «entstehen» Bilder? Erzeugte Bilder? Welche Eigenschaften, Strukturbildungen und Entwicklungsten­denzen lassen sich in frühen graphischen Äusserungen beobachten? Sind frühe Bilder Produkte oder Prozesse? Sind frühe Bildmerkmale innerhalb einer bestimmten Kultur allgemein oder aber individuell? Sind frühe Bildmerkmale kulturüber­greifend oder aber immer schon von einem bestimmten kulturellen Kontext abhängig? Worin besteht frühe bildhafte Erkenntnis und Ästhetik? Auf welche allgemeinen Bestimmungen von «Bild» oder «Bildern» und auf welche allgemeinen Aspekte des frühen symbolischen Verhaltens verweisen frühe Bilder?

Diesem Fragenkomplex widmet sich seit 1999 unsere Forschung an der Zürcher Hochschule der Künste. Hintergrund und Motivation bildet die Erkenntnis, dass verlässliche und empirisch breit abgestützte Kenntnisse zur Frage der Genese von Bildern, was die Anfänge betrifft, bis heute fehlen.

Unsere Forschung fragt in erster Linie nach den frühesten bildhaften Eigenschaften, Strukturbildungen und Entwicklungstendenzen in Zeichnungen und Malereien von Kindern in den ersten Lebensjahren, in der Alltagssprache häufig als «Kritzeleien» («scribblings», «gribouillages», «scarabocchi», «garabatos» und ähnliche Ausdrücke in anderen Sprachen) bezeichnet. Von entsprechenden Feststellungen erhoffen wir, dass sich allgemeine Aussagen zur Frage der frühesten bildhaften Erkenntnisvorgänge – in der Literatur auch «ikonische» Erkenntnisse genannt – und mit ihnen zur Frage des frühen ästhetischen Verhaltens ableiten lassen.

Im Jahre 2007 haben wir als Erstes die Ergebnisse einer Untersuchung von Bildern als fertigen Erzeugnissen vorgelegt, bezogen auf Zeichnungen und Malereien von Kindern aus Europa. Für die Veröffentlichung dieser Studie via Internet, siehe Dieter Maurer und Claudia Riboni, Wie Bilder «entstehen»Morphologie Europa. Teil 1: Lehrgang. Teil 2: Bildarchiv. Internetveröffentlichung, www.early-pictures.ch/eu (31.1.2010, letztes Update). Für die Veröffentlichung in Buchform siehe Dieter Maurer und Claudia Riboni, Wie Bilder «entstehen», 3 Bände, Zürich, Verlag Pestalozzianum, 2010. Parallel dazu gaben wir auch das historische Archiv von Rhoda Kellog in digitaler Form neu heraus, siehe Rhoda Kellogg «The Rhoda Kellogg Child Art Collection», www.early-pictures.ch/kellogg (31.12.2007, letztes Update).

Mit dem vorliegen Filmarchiv, begleitet von Erläuterungen in der Form eines elektronischen Buchs, stellen wir die Ergebnisse einer Untersuchung des frühen Bildprozesses vor, wiederum Bilder und Kinder aus Europa und die ersten sechs Lebensjahre betreffend. Grundlage der Studie bilden parallele Filmaufnahmen des zeichnerischen und malerischen Vorgangs, die eine Aufnahme das zeichnende Kind, die andere Aufnahme das entstehende Bild dokumentierend.

Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage einer Prüfung der Beschreibung früher Bilder als fertige Produkte: Bestätigen frühe Bildprozesse die Beschreibung früher Bildmerkmale als intentionale und formale Äusserungen, wie sie anhand von Zeichnungen und Malereien als fertige Produkte interpretiert werden?Bestätigen frühe Bildprozesse die Bezugnahmen von Bildmerkmalen – Selbstbezüge des Graphischen, Analogiebildungen («Abbildungen»), Indices, Expressionen, Impressionen des Graphischen –, wie sie anhand von Zeichnungen und Malereien als fertige Produkte interpretiert werden?

Über diese kritische Prüfung einer morphologischen Beschreibung früher Bilder als Produkte hinaus bietet die Studie reiche Einsicht in den frühen Bildprozess als solchen.

Das hier veröffentlichte Filmarchiv (Zugang siehe Menu) dokumentiert 43 Kinder und umfasst 184 ausgewählte Bilder mit den ihnen entsprechenden Filmaufnahmen des Bildprozesses. – Die vollständige Sammlung, welche die Grundlage für die vorliegende Auswahl bildet, umfasst 667 Bilder und Filmdokumente von 59 Kindern aus der Schweiz. 

Das Buch erläutert zuerst Hintergrund, Fragestellung und Methode der Studie, stellt anschliessend die zentralen Ergebnisse vor, und diskutiert abschliessend wichtige allgemeine Befunde.

Lizenz - Nutzungsbestimmungen

Bilder, Filmdokumente und Texte der vorliegenden Veröffentlichung sind ausschliesslich zur privaten Visionierung und Lektüre sowie ausschliesslich in der Form von Projektionen für Ausbildungs- und Forschungszwecke in öffentlich anerkannten Lehr- und Forschungsinstituten frei zugänglich, wobei Bilder, Filmdokumente und Texte nicht aus dem Kontext der vorliegenden Veröffentlichung herausgelöst und in andere Kontexte eingebunden werden dürfen. Bilder, Filmdokumente und Texte dürfen derart vor der Projektion in keiner Weise manipuliert werden. – Alle weiteren Arten des Vortragens, des Projizierens, des Kopierens, der Speicherung, der Reproduktion oder anderer Arten der Verwendung oder Präsentation oder Veröffentlichung von Bildern, Filmdokumenten und Texten, als Ganzes oder auch nur auszugsweise und in welcher Form auch immer, sind hingegen ohne separate schriftliche Erlaubnis der Autoren strengstens untersagt, mit eingeschlossen Übersetzungen und Übertragungen in Rundfunk, Fernsehen und Internet. – Bilder, Filmdokumente und Texte dürfen nur zur Erörterung der bildhaften und ästhetischen Entwicklung als solcher und für die Erörterung von Bezügen zur allgemeinen Entwicklungspsychologie genutzt werden. Darüber hinausgehende Interpretationen, insbesondere indvidualpsychologische beziehungsweise psychoanalytische Interpretationen, sind untersagt. Die für solche Interpretationen nötigen Kontextinformationen sind entweder nicht in die Veröffentlichung mit einbezogen, oder sie wurden anonymisiert. Eine indvidualpsychologische beziehungsweise psychoanalytische Interpretation verletzt deshalb deontologische Regeln.

Version Internet: Copyright 2011, Dieter Maurer

Portal «Frühe Bilder»

Eine Übersicht über alle unsere Projekte und Veröffentlichungen zur Thematik früher graphischer Äusserungen bietet die Website www.early-pictures.ch.

Kooperationspartner

Die vorliegende Studie wurde in einer Kooperation durchgeführt mit:
Kinderhaus Entlisberg (Sozialdepartement Stadt Zürich)
Prof. Dr. John S. Matthews, National Institute of Education NIE, Nanyang Technological University NTU, Singapore
Prof. Dr. Hans-Günther Richter, Universität Köln, Heilpädagogisch-Rehabilitationswissenschaftliche Fakultät, Köln, Deutschland

Finanzierungspartner

Die vorliegende Studie wurde in grosszügiger Weise finanziell unterstützt von:
Schweizerischer Nationalfonds, Kommission DO REsearch (DORE)
Jubiläumsstiftung der Zürich Versicherungsgruppe
Stiftung Mercator Schweiz

Hinzu kommen interne Unterstüzung der Zürcher Hochschule der Künste:
Institute for Cultural Studies and Art Education
Departement Kulturanalysen und Vermittlung
Institut für Gegenwartskunst

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